Automatisierte Hygiene Clean in Place
und das Potential zur Nachhaltigkeit
und Kostenersparnis

Autor: Martin Löhrke

„CIP“ wird heute nicht mehr nur im Zusammenhang mit der Innenreinigung von Prozessanlagen genannt (interne CIP). Man spricht auch über externe CIP, wenn die automatische Außenreinigung von Anlagen und Maschinen gemeint ist. In der Food-Industrie (z.B. Fleisch, Fisch, Backwaren) ist „CIP“ mittlerweile ein Begriff, der für viele Arten der automatischen Außen- oder Innenreinigung verwendet wird.

Eine nähere Betrachtung der Reinigung in der Lebensmittelindustrie zeigt, dass es noch erhebliche Einsparpotentiale gibt, sei es durch die Modernisierung bestehender CIP-Anlagen oder die Einführung geeigneter CIP-Systeme für Prozesstechnik, die noch manuell gereinigt wird! Bei Wasser-/Abwasserkosten bis zu 6,00 Euro/m3 (und mehr) sowie steigenden Energiekosten ist es sehr wohl richtig, sich nicht nur mit der Aktualisierung seiner Reinigung und Desinfektion zu beschäftigen, sondern auch alternative Verfahren zu akzeptieren.

Gesetzliche Anforderungen sowie nationale und internationale Standards verbunden mit modernen Analysemethoden zum Hygienestatus erzeugen einen zusätzlichen Druck hin zu moderner Reinigungs- und Desinfektionstechnik.

Optimierung bestehender CIP-Anlagen

Bei einer Vielzahl an bestehenden CIP-Anlagen besteht noch immer ein großes Einsparungspotential! Minimierte bzw. optimierte Kreislaufführungen ermöglichen einen stark reduzierten Einsatz von Wasser, Energie und chemischen Produkten. Die jeweiligen Kreislaufvolumina, die sinnvoll wieder verwendet werden können, werden gestapelt und für eine nächste Reinigung bereitgehalten. Die Medien, die für die CIP-Reinigung nicht mehr geeignet bzw. deren Wiederverwendung unwirtschaftlich sind, werden abgeleitet.

Optimierung externer Reinigungsprozesse

Die Außenreinigung von Anlagen und Maschinen wird häufig noch manuell durchgeführt. Für Anlagen und Maschinen neueren Datums schreibt die Maschinenrichtlinie allerdings die einfache Reinigbarkeit vor! Zunehmend wird das von den Maschinenherstellern aufgenommen, was die Integration
einer automatischen Reinigung und Desinfektion (externe CIP) erleichtert.

Bei einer automatischen Reinigung werden durch fest definierte Schritte die Hauptparameter der Reinigung (Temperatur, Zeit, Konzentration des jeweiligen chemischen Produkts, mechanische Wirkung) sicher und reproduzierbar an den kritischen Stellen der Maschine gewährleistet. Eine Anforderung, die bei manuellem Vorgehen nicht so einfach sicherzustellen ist. Dabei ist die Reproduzierbarkeit der Hauptparameter ein sehr wichtiger Faktor zur Optimierung von Reinigungsprozessen. Wasser und Chemikalieneinsatz kann nur minimiert werden, wenn Einwirkzeiten, Temperatur und Spüldrücke an allen relevanten Maschinenbereichen exakt einzuhalten sind.

Weiterhin lassen sich einzelne Reinigungen nicht isoliert betrachten. Sie müssen Teil eines Hygieneplanes sein, der unter anderem die Häufigkeit der Reinigungen und den (wechselnden) Einsatz der chemischen Produkte regelt.

Automatisiert lassen sich diese Anforderungen wiederholbar erfüllen. Die entsprechende Messtechnik ermöglicht hierzu die geeignete Erfassung (Monitoring) der Parameter für die Qualitätssicherung. Der Abgleich der mikrobiologischen Situation an den jeweiligen Maschinen mit den Parametern der Reinigung und Desinfektion erlaubt nun eine geeignete Betrachtung zwecks Analyse der Einsparpotentiale. Unter Erreichung definierter Hygieneziele lassen sich die Einsatzmengen der Medien sowie der Zeiteinsatz (Anlagenstillstand) minimieren.

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